(Auszug aus der Chronik von Peter Meinrad Haslach.)
In Scheidegg war es ähnlich. Mündliche Überlieferung gibt Auskunft darüber, dass be­reits vor dem Jahre 1810 in Scheidegg eine solche Musiziergruppe bzw. Musikkapelle bestanden hat. Das aus dieser Zeit auf der Orgelempore gefundene Notenmaterial, das im Laufe der Jahrzehnte handschriftlich gefertigt wurde, bestand im wesentlichen aus Sextetten und Oktetten. Diese Noten wurden 1934 in einer Schublade auf der Orgelem­pore gefunden, leider sind sie während der Orgelrenovierung 1950/1951 abhanden ge­kommen.
Noten wurden damals hauptsächlich von den Dirigenten der Kapelle geschrieben. Dies lässt den Schluss zu, dass der Verein vor seiner mutmaßlichen Gründung im Jahre 1809 zunächst von Lehrer Xaver Wucher geleitet wurde. Xaver Wucher, geb. 29. November 1772 in Böserscheidegg, trat im Jahre 1794 in die Dienste der Heimatgemeinde Schei­degg. Zuerst als Schulgehilfe, später auch als Organist. Er bildetet Musiker für den Kir­chenchor und eine Musiziergruppe aus. Mit der Musiziergruppe trat er spätestens 1809 öffentlich auf. Er blieb deren Dirigent bis 1829.
Nach mündlicher Überlieferung haben 1809 dieser Gruppe angehört: Benedikt Dürr (1785-1848), Johann Hagspiel (1772-1841), Josef Immler (1788-1869) und Josef Zind (1780-1851). Nach weiteren Namen konnte der Chronist nach 1934 leider nicht mehr forschen. Wegen eines beruflichen Angebotes zog er „schweren Herzens“ von Schei­degg fort.
In den Jahren 1809-1848 ist unter den Dirigenten Xaver Wucher, Kaspar Schaumann und Johann Anton Wucher eine jüngere Generation von Musikern herangewachsen. Dazu gehörten Anton Boch (Jock’n Toni) (1821-1904), Gebhard Dürr (1810-1888), Franz Josef Hagspiel – Vorsteher (Bürgermeister) (1807 -1891), Paul Immler (1830-1875) und Gallus Zind (1809-1884). Von den letzten vier haben deren Väter der ersten Musiziergruppe angehört, möglicherweise auch von Anton Boch.
Das Jahr 1848 wurde für die Musiziergruppe bzw. Musikkapelle durch die Verpflichtung von Kaplan Josef Wilhelm Eberle von Legau als Dirigent entscheidend. Er komponierte für die Kapelle verschiedene Feldschritte und Märsche und arrangierte Opernauszüge und Walzer. Die Notenbücher weisen auf eine bereits ansehnliche Besetzung hin und machen gleichzeitig deutlich, daß ein Musiker in mehreren Fällen jeweils ver­schiedene Instrumente spielen konnte. Die Kapelle hat unter Eberles Leitung in der Öffentlichkeit immer wieder Kostpro­ben ihres Könnens gegeben. Das Publi­kum war von den Leistungen der Kapelle sehr beeindruckt und zollte ihr reichlich Lob und Anerkennung.
Nach der Abberufung Eberles als Pfarrer nach Steppach bei Augsburg 1859, leitete der Lehrer Matthäus Jacobi die Musikka­pelle. Da der neue Dirigent nicht nur Ins­trumentalist, sondern auch Sänger war, stellte er ein Männerquartett zusammen, das die Vorstufe für den 1872 gegründe­ten „Singverein“ bildete.
Durch die Übertragung des Steuers an Jakobi erkannte man bald, dass die Mu­sik in die richtigen Hände kam. Jacobi unterstützt von Lehrer Josef Hochmayer, er wirkte von 1860-64, bildete jüngere Kräfte aus und vergößerte den Musik­körper. (siehe Bild: Musiziergruppe aus dem Jahre 1861).
Die Musikproben wurden zu dieser Zeit in der „Ruhm’schen Weinwirtschaft“ abgehalten. Als diese 1869 abbrannte, wurde der Saal des „Engelswirt“ (Hotel z. Post) Probelokal.
Im Jahre 1870 wurde die Musikkapelle auf neunstimmige Blech­musik umgestellt, was in erster Linie auf die lnitiative des Johann Eberle, Schulgehilfe in Scheidegg von 1868-1871, zurückging.
Nach dem Krieg 1870/71 hatte die Kapelle mehr denn je öffent­liche Aufgaben zu erfüllen. Anfang der 70er Jahre konnten die Musiker Gebhard Dürr, Franz Josef Hagspiel und Gallus Zind ihr 50-jähriges Musikerjubiläum festlich feiern. Hierfür veranstaltete der Musikverein ein großes Fest in der Gemeinde.
1877 starb der langjährige Dirigent der Musikkapelle, des Kirchenchors und des Sing­vereins, Oberlehrer Matthäus Jacobi; seine Nachfolge als Leiter trat der Junglehrer Josef Wanner an. Die Musikkapelle zählte Ende der 70er 14 Mitglieder. (siehe Bild: Scheideggs Musik 1875-1880).
Unter Wanners Leitung machte die Mu­sik große Fortschritte und nahm so im Jahr 1881 beim dritten Allgäuer Musik­fest in Wangen teil. Sie kehrten preisge­krönt zurück.
In den 90er Jahren, konnte die Kapelle mehrere Jahre die stark reparaturbe­dürftige Fahne nicht mehr verwenden. Posthalter Sinz Johann, ehemaliger Es-Trompeter, brachte die Fahne still­schweigend zur Reparatur nach Weiler. Er bezahlte die Reparaturkosten aus ei­gener Tasche.
Auf Grund verschiedener Umstände kam es 1898 zur Gründung einer zweiten Musikkapelle, nämlich der „Harmonie­musik“, mit Anton Dürr als Vorstand und Josef Anton Bernhard aus Ebenschwand als Dirigent. Diese Kapelle probte nacheinander in den Gasthäusern „Rößle“, „Krone“ und zuletzt im „Scheidegger Hof“. Am 14. Juni 1902 konnte die Harmoniemusik ihre eigene Fahne einweihen. Auch gab es keine bedeutende Abwanderung von der Alten Musik zur Neuen Musik. Keine Stimme von allen Neunen blieb in der Alten Musik unbesetzt.
Bei der Eröffnungsfeier der Eisenbahnli­nie Röthenbach-Scheidegg am 1.Oktober 1901, der Schulhauseröffnung 9. Okto­ber 1912 und der Grundsteinlegung der „Prinzregent-Luitpold-Kinderheilstätte“ am 24. November 1912 trugen jedoch beide Kapellen zur Verschönerung bei.
Der erste Weltkrieg nahm beiden Ka­pellen einen großen Teil ihrer Musiker. Diejenigen, die nicht einrücken und an die Front brauchten, fanden sich unter Dirigent Josef Wanner zum gemeinsamen Musizieren zusammen. Nach dem Kriege setzten sich die Mitglieder beider Kapel­len dort wo sie gebraucht wurden gemeinsam ein, ohne daß es zu einer Verschmelzung der Kapellen gekommen wäre. Die Mitglieder der Harmoniemusik waren sehr bestrebt eigenständig zu bleiben.
Im Jahre 1922 kam der ehemalige Militärmusiker di Dio als Zollassistent an das Schei­degger Zollamt. Er interessierte sich lebhaft für die musikalischen Geschehnisse im Ort und setzte sich, als er die Verhältnisse kennengelernt hatte, sofort für eine Vereinigung der beiden Musikkapellen ein. Auf seine Anregung hin kam am 19. Juli des gleichen Jahres im Gasthof „Zur Post“ die denkwürdige Einigungsversammlung zustande, der die Gründung des heutigen „Musikvereins“ folgte. Vorstand wurde Franz Ruhm und der neue Dirigent hieß erwartungsgemäß di Dio. Die beiden Leiter der vorherigen Kapellen, dies waren Josef Wanner (48 Jahre Dirigent) und Josef Anton Bernhard, wurden zu Eh­rendirigenten ernannt. Die erste Vorstandschaft des vereinigten Musikverein Scheidegg: 1.Vorstand Franz Ruhm, zweiter Vorstand Gebhard Sinz (Ebenschwand), Schriftführer Oskar Gruber, Kassier Xaver Deubel, Zeugwart Fidel Mayer, Beisitzer Johann Kinzelmann, Johann Köb, Hermann Bernhard, Chrysostomus Huber, Josef Alger.
Die Fahnen der beiden Kapellen wurden von nun an bei sämtlichen festlichen Anlässen der Musikkapelle vorangetragen. Leider konnte sich Dirigent di Dio nur eines neunmonatigen Wirkens erfreuen. Die Musiker bedauerten es sehr, daß er von seiner Dienststelle bald wieder versetzt wurde. Er wurde dennoch zum Ehren­mitglied ernannt.
Vorstand Franz Ruhm, Georg Schneider aus Ramsach, Emil Häußler und Martin Rupp lösten sich nun hintereinander als Aushilfs­dirigenten ab. Erst als Grundler proviso­rischer Dirigent bis zur Generalversamm­lung wurde, konnte die Kapelle wieder einen Aufschwung verzeichnen. So wurde am 23. Februar 1925 ein Faschingsball mit grossem Erfolg veranstaltet. Bei der Gene­ralversammlung am 16. April 1925 wurde Matthias Grundler zum ersten Dirigent und Martin Rupp zum zweiten Dirigent gewählt. Martin Rupp hat in der Zeit vor Grundler die Kapelle vor dem Auseinanderbruch bewahrt. Bei der Generalversammlung am 12. Dezember 1925 wurde Anton Baldauf, immer schon ein besonderer Gönner der Kapelle, zum ersten Vorstand gewählt. Die beiden Dirigenten wurden in ihren Ämtern bestätigt. In dieser Versammlung wurde beschlossen, das Neujahrsblasen durchzuführen, ebenso konnte der jahrelange Wunsch nach einer Uniform umgesetzt werden.
Seit 1928 gab es sogar neben der Blas­kapelle noch ein Streichorchester und ein Jahr später zusätzlich eine Kammer­musikgruppe. Als Anerkennung ließ der Verkehrsverein einen Musikpavillon er­stellen (1931 erbaut). In diesem Pavillon spielte ab 1932 neben der Musikkapelle ein Salonorchester.
1936 löste Josef Netzer den bisherigen, nun wegen seines hohen Alters ausschei­denden Vorstand, Anton Baldauf ab. Letz­terer wurde auf Grund seiner langjährigen Verdienste zum Ehrenvorstand ernannt.
Fast zeitgleich mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges übernahm Ludwig Allgayer die Leitung der Kapelle. Leider konnte der Spielbetrieb in den Kriegsjah­ren nicht mehr aufrecht erhalten werden. Erst nach Kriegsende 1945 konnte man an den Wiederaufbau des Musikvereins gehen. Die Lücken, die der unselige Krieg in den Reihen der Aktiven gerissen hatte, konnte nur durch Ausbildung von neuen Musikern wieder geschlossen werden.
Anfang 1950 wurde Michael Blanz zum Vorstand gewählt. Ne­ben den Verdiensten von Ludwig Allgayer, der dafür sorgte, daß die Kapelle durch gute Leistun­gen wieder an Musikfesten und Wertungsspielen teilnehmen konnte, hatte Blanz auch we­sentlich Anteil am ersprießlichen Wirken des Vereins.
Im Frühjahr 1955 übernahm Manfred Rupp die Leitung der Kapelle, für die er sich mit Tat­kraft einsetzte. Im Herbst 1957 traten Manfred Rupp und Michael Blanz von ihren Posten zu­rück. Michael Blanz wurde zum Ehrenvorstand ernannt. Anfang Oktober 1957 wurde Rudolf Rädler zum Vorstand gewählt und Prof. Fritz Thelen, Lindenberg i. Allgäu, als musikalischer Leiter verpflichtet.
Der Aufschwung, den die Kapelle unter ihrem neuen Dirigenten nahm, bewirkte die Fortsetzung der finanziellen Unterstützung durch die Marktgemeinde und des Verkehrsvereins, ohne diese der Spielbetrieb nicht aufrecht erhalten werden konnte. Dank gebührt dem Verkehrsverein, der den vom Vorstand gewünsch­ten neuen, schönen Musikpavillon im Kurpark erstellte – fern von störendem Lärm.
Ebenso gab der Aufschwung auch den Impuls, die Durchführung des 5. Be­zirksmusikfestes vom Bezirk VII (Kreis Lindau/B) anzunehmen und mit dem „150-jährigen Jubiläum“ der Musikkapelle zu verbinden.
Die Vorbereitungen waren gut durch­dacht. Das Fest wurde vom 21. bis 23. August 1959 mit einem umfangreichen Programm durchgeführt. Tag für Tag fanden sich tausende von Besuchern ein und beim Festzug jubelten mehr als 3000 den teilnehmenden Kapellen und Gruppen zu.
Zum 30. Juni 1971 beendete Prof. Thelen seine 14-jährige Dirigen­tenzeit. In Dankbarkeit für seinen vieljährigen Einsatz, ernannte ihn der Musikverein zum Ehrendirigenten. Als sein Nachfolger wurde Fritz Walter verpflichtet.
Ende 1973 wurde Rudolf Rädler als Vorstand von Josef Tronsberg abgelöst. Rudolf Rädler, der 16 Jahre den Verein führte, war maß­geblich an der Umstellung von Uniform auf Tracht (1966) beteiligt und wurde wie sein Vorgänger zum Ehrenvorstand ernannt.
Mitte Juni 1974 trat Fritz Walter aus beruflichen Gründen von der Leitung der Kapelle zurück. Als neuer Dirigent konnte Ferdi­nand Kerber aus Oberstaufen – bekannt von der gleichnamigen Volksmusikgruppe – gewonnen und verpflichtet werden. Nach fünfzehn Monaten trat er zurück, was sehr bedauert wurde. Kerber bekam von Oberstdorf ein vorteilhaftes Angebot, das er nicht ausschlagen wollte.
Danach war die Musikkapelle ein Vierteljahr ohne Dirigenten, also verwaist. Ursache war der allgemeine Mangel an Dirigenten.
Am 30. Dezember 1975 hat mit dem ehemaligen Militärmusiker, Bundeswehrhaupt­feldwebel Wolfgang Maus, als neuer musikalischer Leiter, in Scheideggs Musikleben ein neuer Zeitabschnitt begonnen.
Am 5. Juli 1978 bekam die Musikkapelle auf Grund ihrer Verdienste um die Instrumen­talmusik, und Dank der großen Bemühungen von Vorstand Josef Tronsberg, die vom Bundespräsident im Jahre 1968 gestiftete „Pro Musica“ verliehen.
Im Hinblick auf das 170-jährige Bestehen des Musikvereins, wurde der gehegte Wunsch nach einer neuen, schönen Vereinsfahne verwirklicht. Die Weihe der neuen Fahne wurde am 6. August 1978 in der Pfarrkirche St. Gallus, von Eduard Staudacher, feierlich vorgenommen.
Die Übergabezeremonie fand auf dem Kirchplatz statt. Fahnenpatin Gerlinde El­ler gab die Vereinsfahne an den Vorstand Josef Tronsberg, der diese an Fähnrich Hans Leuthe weiterreichte. Georg Schmid, vom Patenverein Scheffau, heftete das Ehrenband daran, und bekam von Josef Tronsberg ein Erinnerungsband. Das Fahnenband der Ehrenjungfrauen überreichte Bärbel Reich­art. Annemarie Pfanner heftete das Trauerband an die neue Fahne. Hernach zog die Musikkapelle zum Kriegerdenkmal, wo Vorstand Josef Tronsberg den Gefallenen und Verstorbenen des Musikvereins gedachte, und sich die Fahnen bei Abspielen des Liedes vom guten Kameraden zum Gedenken senkten.
Die alten traditionsreichen Musikerfahnen der ehemaligen „Stamm-Musik“ (Alte-Musik) mit ca. 130 Jahren, und der ehemaligen „Harmoniemusik“ (Neue-Musik) mit ca. 75 Jahren, werden in einem geeigneten Raum des Musikvereins aufbewahrt. Könnten die Fahnen von ihren Zeiten erzählen, die Musikgeschichte dürfte um vieles mehr interes­santer werden.
Der sichtbare Aufschwung, den der Musikverein erfuhr, aber auch das an­stehende 170-jährige Jubiläum der Ka­pelle, ermutigte die Vereinsmitglieder zur Durchführung des 17. Bezirksmusikfestes des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes, Bezirk VII Lindau/Bodensee, vom 27. bis 30. Juli 1979. Unter der organisatorischen Leitung des Vorstandes Josef Tronsberg, wurde das Fest zum herausragenden Er­eignis für den Kurort Scheidegg.
Im Herbst 1983 wurde Josef Tronsberg in Ehrung seiner Verdienste nach 10-jäh­riger Tätigkeit als Vorstand aus seinem Amt verabschiedet – als sein Nachfolger wurde Hans Achberger gewählt.
Dirigent Wolfgang Maus scheute keine Mühe, um noch mehr mit der Kapelle zu erreichen. Dass er sich auch als Päd­agoge bewährte, wird dankbar vermerkt; ohne Nachwuchs von Jungmusikern kann keine Musikkapelle auf die Dauer bestehen.
In Form eines 3-tägigen Musikfestes vom 20.-22. Juli 1984 feierten wir unser 175-jähriges Jubiläum.
Hans Achberger legte, wie auch schon sein Vorgänger Josef Tronsberg, in seiner 6-jährigen Tätigkeit als Vorstand viel Wert auf eine gute Ausbil­dung der Nachwuchsmusikanten. Er veranlaßte die Anfertigung der Westallgäuer Tracht für die Musikantenmädchen, die 1986, anläßlich des Weihnachtskonzertes, der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
1989 feierten wir unser 180-jähriges Jubiläum mit einem Fest­konzert im Kurhaus.
Am 1. Dezember 1989 wurde Josef Reith zum ersten Vorstand des Musikvereins gewählt. In seiner 6-jährigen Tätigkeit als Vor­stand, war es u.a. sein Bestreben der Wiederaufbau einer kleinen Besetzung, speziell für Stimmungs- und Tanzmusik.
1989 übernahm Herbert Baldauf, der 1983 seine Dirigentenprü­fung abgelegt hatte, die Leitung des neugegründeten „Scheideg­ger Polkaexpress“, bestehend aus 12 Musikanten. Nach zehn erfolgreichen Jahren wurde er 1999 wieder aufgelöst.
1992 absolvierte Stefan Spieler sei­ne Dirigentenprüfung und baute mit Ju­gendwart Konrad Stadelmann, der 1998 seine Dirigentenausbildung abschloss, ein kleines Nachwuchsorchester auf.
Bis zum heutigen Tage wurde die Jugend­ausbildung zunehmend erweitert, was nur durch die finanzielle Unterstützung der Marktgemeinde Scheidegg gewähr­leistet werden konnte, und durch die gute Zusammenarbeit mit den Musikschulen Lindenberg und Westallgäu.
1994 konnten wir unser 185-jähriges Vereinsjubiläum, in Form eines -tägigen Musikfestes erfolgreich feiern.
Am 7. Dezember 1995 trat Vorstand Josef Reith von seinem Amt zurück und Stefan Spieler wurde in dieses Amt gewählt, welches er bis 2004 mit großem Engagement ausübte – als jüngster Vorstand der Vereinsgeschichte.
Auf der Generalversammlung am 27. Oktober 1997 legte Dirigent Wolfgang Maus, nach 40 Jahren Musikantenleben, 30 Dirigentenjahren – davon 22 in Scheidegg, sein Amt als Dirigent offiziell nieder und stand dem Verein noch als Ausbilder für Blechbläser zur Verfügung.
Stefan Spieler leitete in der Zeit vom 27. Oktober 1997 bis 1. Juli 1998 in der Doppelfunktion erster Dirigent und erster Vorstand den Musikverein zur Überbrückung, bis ein neuer Dirigent ge­funden wurde.
Die Dirigentensuche erwies sich als äußerst schwierig, denn ent­weder entsprach die Qualifikation nicht unseren Vorstellungen, oder aber es scheiterte an den uns zur Verfügung stehenden finanziellen Möglichkeiten.
Mit großer Freude konnten wir nun nach langer Suche, zum 1. Juli 1998 Herrn Willibald Herberth aus Hergensweiler als neuen Diri­genten in unserer Musikkapelle willkommen heißen.

Chronik der Jahre 1999 bis 2008
1999

Nach nur fünf Jahren stand das Jahr 1999 ganz im Zeichen des 37. Bezirksmusik­festes, in dem der Musikverein Scheidegg sein 190-jähriges Jubiläum feierte. Das Jubi­läumsjahr wurde eröffnet mit den Wertungsspielen, am 24./25. April im Kurhaus und dem anschließenden Festakt am Sonntagabend.
Dann folgten die lang ersehnten Festtage vom 10.-13. Juni (Siehe Rückblick Festjahr ‘99).
Unser Musikausflug führte uns in diesem Jahr zum Oktoberfest nach München. Im Oktober fuhr eine kleinen Abordnung zum 35-jährigen Vereinsjubiläum nach Steimbke. Bei der Generalversammlung wurde zum neuen Fähnrich Siegfried Milz gewählt.
Nach dem Weggang von Willibald Herberth, der ganz plötzlich sein Dirigentenamt nie­derlegte, war Konrad Stadelmann, bisher zweiter Dirigent, sofort bereit den Verein zu übernehmen. So dirigierte Stadelmann bereits am Jahreskonzert. Unterstützt bei sei­ner Arbeit wurde Stadelmann von Dirigentin Annette Achberger.
Im Rahmen des Jahreskonzertes, wurde Josef Fäßler für 60 Jahre aktiver Musikant geehrt. Renate Reichart wurde, als erste Frau im Verein, für 25 Jahre aktive Verdienste und Treue zum Verein geehrt.

2000

Beim Maibaumaufstellen präsentierten wir unser neues Stimmungs- und Showpro­gramm. Über den Winter haben wir mit intensiver Probenarbeit es mit unseren Sän­gern Josef Endres und Stephan Reichart einstudiert. Mit diesem Programm im Gepäck­fuhren wir im Juni nach Krelingen und Steimbke. Auf der Hinfahrt besichtigten wir in Goslar/Harz das Bergwerk Rammelsberg. Danach ging es nach Steimbke, wo wir am selben Abend beim örtlichen Bierfest die Besucher mit unserem Stimmungsprogramm unterhielten. Am Nachmittag des folgenden Tages sorgten wir im Festzelt in Krelingen, die ihr 10-jähriges Feuerwehrmusikfest feierten, für ausgezeichnete Stimmung. Sonn­tag spielten wir den ganzen Tag in Krelingen, zuerst ein Frühschoppenkonzert, am Nachmittag wirkten wir beim Sternmarsch mit und im Anschluss spielten wir noch­mals im Zelt zur Unterhaltung auf. Montag fuhren wir zurück ins Allgäu.
Im Jahr 2000 gönnten wir uns einen zweitägigen Ausflug und fuhren mit Holdenried- Reisen zu ´Rhein in Flammen`.
Bei der Generalversammlung im Oktober legte Uli Teiber sein Amt als zweiter Vorstand nieder. Zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins übernahm eine Frau diesen Pos­ten. Renate Reichart wurde in das Amt gewählt.
Beim Jahreskonzert wurde Hans Leuthe für 40 Jahre Treue und Verdienste vom Musik­verein geehrt und zum Ehrenfähnrich ernannt.

2002

In diesem Jahr nahmen wir an den Wertungsspielen in Sigmars­zell, unter der Leitung von Konrad Stadelmann, mit sehr gutem Erfolg teil.
Mit dem ersten Spatenstich im April zum Bau des neuen Feuer­wehrhauses mit Musikprobeheim geht ein lang gehegter Wunsch der beiden Vereine Feuerwehr und Musik in Erfüllung. Stefan Spieler hat viel Zeit und Mühe in die Vorbereitung und Planung, zur Verwirklichung eines eigenen Probeheimes gesteckt. Ohne die Unterstützung unserer Gemeinde wäre dieser Bau nicht möglich gewesen.
Der zweitägige Musikausflug führte uns in diesem Jahr nach Südtirol, wo wir ein Wein­fest in Tramin besuchten.
Im Oktober fuhr eine kleine Abordnung Musikanten, anlässlich der 10-jährigen Part­nerschaftsfeier nach Le Beausset/ Frankreich.

2003

Das Jahr 2003 begann im April mit einem Kirchenkonzert unter der Leitung von Stadelmann, es fand in unserer Pfarrkirche St. Gallus statt.
Im Juni veranstalteten wir bei hochsommerlichen Temperaturen im Pausenhof der Grundschule Scheidegg einen „Tag der Blasmusik“. Der Festtag begann bereits mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche, den wir musikalisch gestalteten. An­schließend ging es im Festzug zum Pausenhof, dort spielte die Musikkapelle ca. sechs Stunden nonstop zünftig auf. Das Fest war ein voller Erfolg.
Im gleichen Jahr ging unser lang ersehnter Traum in Erfüllung. Nach intensiver Ausbau­phase in Eigenregie, konnten wir am 8. August unsere erste Musikprobe im Probeheim abhalten. Mit dem Tag der offenen Tür, am 17. August, wurde das Gebäude offiziell, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, eingeweiht.
Der diesjährige Ausflug führte uns auf den Hochgrat ins Staufner Haus, wo wir einen gemütlichen Hüttenabend verbrachten. Am nächsten Tag wanderten wir über den Fal­ken wieder ins Tal.
Im Rahmen des Weihnachtskonzertes ehrten wir unser Ehrenmitglied Hans Reichart für 50 Jahre aktives mitspielen im Verein. Für 40 Jahre Treue und Verdienste konnte Sepp Reith zum Ehrenmitglied ernannt werden.

2004

Im Mai nahmen wir an den Wertungsspielen in Maria-Thann teil. Unter der Leitung von Konrad Stadelmann erreichten wir das Prädikat `sehr guter Erfolg`.
Zum ersten Mal nahmen wir an einer offenen Wertung teil, d.h. die MusikerInnen und Zu­hörer sehen die vergebenen Punkte der Wertungsrichter direkt nach dem Spiel.
In diesem Jahr feierten wir im Juni, in Form einer Open-Air-Party in Allmannsried, un­seren 195-jähriges Bestehen. Zur Unterhaltung spielten die „Flotten Böhmischen“ und die „Schwindligen 15“ auf.
Die Generalversammlung am 18. Ok­tober desselben Jahres brachte einen Wechsel an der Vereinsspitze: Vorstand Stefan Spieler übergabt sein Amt an sei­nen Nachfolger Thomas Steiner. Nach neun Jahren legte Spieler aus beruf­lichen Gründen sein Amt als erster Vor­stand nieder. Die Schwerpunkte wäh­rend seiner Amtszeit lagen vor allem in der Jugendarbeit und der Bau des Pro­beheims.

2005

„Stimmung-Show und Schnitzelparty“ unter diesem Motto veranstaltete der Musikverein mit dem Kurhauswirt im Frühjahr am 16. April einen Stimmungs­abend. Im vollbesetzten Kurhaus präsen­tierten wir unser erweitertes Programm.
Von 5. bis 7. Mai wurden wir nach Wen­denborstel/Steimbke zu einen Auftritt, anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Schützenvereins, engagiert. Am Freitag spielten wir in einem ausverkauften Bierzelt mit super Stimmung. Am Samstag durf­ten wir ein traditionelles Schützenfest miterleben.
Einen Wandertag vom Proberaum, über die Bromatsreute nach Aizenreute war in diesem Jahr unsere Ausflug. In Aizenreute verbrachten wir einen lustigen und geselligen Abend.
Taktstockübergabe
Beim Konzert im Jahr 2005, übergab Dirigent Konrad Stadelmann den Dirigentenstab an Simon Holderied.
Stadelmanns Bestreben während seiner 6-jährigen Dirigententätigkeit war vor allem der Aufbau der Stimmungs- und Unterhaltungsmusik. Konrad Stadel­mann legte sein Amt aus privaten Grün­den nieder, aber er bleibt dem Verein als Flügelhornist erhalten.
Nachdem Konrad Stadelmann der Vor­standschaft mitteilte er würde aufhören wollen, machte sich Vorstand Thomas Steiner, auf die Suche. Mehrere Inserate wurden geschalten, jedoch erfolglos. Daraufhin hat Steiner Kontakt zu Holderied, der sich in dieser Zeit in der Karibik befand, aufgebaut. Nach dessen Rückkehr, kam er im Oktober zu einem Probedirigat nach Scheidegg. Und er blieb! Wir hoffen ihn noch lange als Dirigent bei uns in Scheidegg zu haben. Mit Simon Holderied haben wir einen engagierten, jungen und motivierten Dirigenten gefunden.

2006

Die Freiwillige Feuerwehr Krelingen engagierte vom 3. bis 5. Juni den Musikverein anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums.
Ein Höhepunkt in diesem Jahr, war die Primiz des Scheideggers Tobias Lerchenmüller Pater Adrian am 18. Juni, die wir mitgestalten durften.
Als Ausflug wagten wir dieses Jahr eine Radtour, mit Start in Scheidegg ging es auf dem Radweg, über Auers nach Malleichen. Nach einer Stärkung radelten wir zurück nach Allmannsried, wo der Tag einen schö­nen Ausklang fand.

2007

An den Wertungsspielen in Heimen­kirch am 28. April nahmen wir mit ausgezeichnetem Erfolg, unter der Lei­tung von Simon Holderied teil.
Anlässlich des 120-jährigen Jubiläums L‘avenir Musical de Le Beausset fuh­ren 16 Musikanten, vom 16. bis 20. Mai, nach Le Beausset.
Nach Stuttgart führte unser diesjähriger Ausflug. Wir besuchten das Musical „Die drei Musketiere“ und nach einer lustigen Heim­fahrt ging es noch zum altertümlichen Ritteressen.
Am 27. Oktober geleiteten wir, zusammen mit der Musikkapelle Scheffau, unseren im Ort und darüber hinaus beliebten Pfarrer Karl Meisburger zu seiner letzten Ruhestätte.
Beim Weihnachtkonzert konnten wir als Gastdirigent Koen Pletinckx begrüßen, der seine Komposition „Circus Piccolini“ selbst dirigierte.

2008

Im Februar 2008 veranstalteten wir unseren traditionellen Rosenmontagsball vorerst zum letzten Mal.
Wir spielten am 7. März zur TV-Aufzeichnung, der Sendung „Jetzt red i“ vom Baye­rischen Rundfunk, im Kurhaus.
Ein Höhepunkt in diesem Jahr war das am 18. April, gemeinsam mit der Gruppe Maidens Blush veranstaltete Kirchenkonzert zu­gunsten der Renovierung der Kirchenorgel.
Des weiteren wirkten wir bei der Amtseinführung des neuen Pfarrers Pater Austin Abraham musikalisch mit.
Unser zweitägiger Ausflug führte uns nach Nürnberg. Dort er­hielten wir eine Stadtführung mit Brauereibesichtigung und abends ging es auf das Altstadtfest.
Am nächsten Tag vor der Heimfahrt besuchten wir noch den Nürnberger Zoo mit Eis­bär Flocke.

Die Jahre 2009 bis heute folgen demnächst